Babymassage: Liebevolle Berührung, die verbindet
Was ist Babymassage, welchen Sinn und Nutzen hat sie und warum ist sie so wertvoll? Erstmal lässt sich feststellen, dass die Babymassage keine neue Erfindung ist. Es lässt sich viele Jahrhunderte zurückverfolgen, dass weltweit, in allen Kulturen und sozialen Schichten die Babys von ihren Müttern massiert wurden. Diese Tradition wurde von Generation zu Generation weitergegeben. So beschreibt es Vimala Schneider, die die traditionelle indische Babymassage Anfang der 1970ger Jahre bei einem Indien-Aufenthalt kennen – und lieben lernte. Sie bezeichnet es sehr treffend als „Ausdruck der Mütterlichkeit“, denn „Auf der ganzen Welt wissen Mütter, dass ihr Baby gehalten, getragen, gewiegt und gestreichelt werden will.“¹ Es ist also etwas ganz Natürliches
„Berührt, gestreichelt und massiert werden, das ist Nahrung für das Kind. Nahrung, die genauso wichtig ist, wie Mineralien, Vitamine und Proteine. Nahrung, die Liebe ist.“ ²
So bringt es der französische Frauenarzt und Geburtshelfer Frédérick Leboyer (1918-2017) auf den Punkt, der die traditionelle indische Babymassage in den späten 1970gern in Europa bekannt machte.
Babymassage ist mehr als nur eine „Technik“. Es ist für Mama/Papa und Kind eine tiefgehende Erfahrung, die weitreichende Auswirkungen hat. Auswirkungen auf Bindung, Beziehung und Entwicklung. Bei näherer Beschäftigung mit diesem Thema habe ich mich ebenfalls davon anstecken lassen. Hier gebe ich einen kleinen Einblick:
Warum Berührung für Babys so wichtig ist
Babys reagieren sehr auf Berührung. Und für uns ist es auch ganz natürlich, ihm diese zu geben. Sobald das Baby da ist, berühren wir es, streicheln es. Die Haut ist das am frühesten ausgebildete unserer Sinnesorgane (Embryonalzeit), und bei der Geburt bereits weit entwickelt. Berühren, streicheln und massieren kann das Baby als „Liebessprache“ also schon sehr gut verstehen.Während der Zeit im Mutterleib wird die Babyhaut „massiert“. Vom „Schwimmen“ im Fruchtwasser, bis hin zu den Wehen. Daher ist es nur natürlich für die Kleinen, wenn dies auch nach der Geburt fortgeführt wird.
Diese Hautstimulation, Babymassage hat viele positive Effekte, hier nenne ich nur einige:
- Unterstützung und Ausreifung von Gehirn und Nervensystem
- Bessere Verarbeitung von Reizen
- Förderung der emotionalen Entwicklung
- ➡️ beeinflusst die Fähigkeit, im Erwachsenenalter gut mit Stress umzugehen
- ➡️das Kind lernt, sich zu entspannen
- ➡️die Fähigkeit, sich zu entspannen, unterstützt auch das kindliche Immunsystem, und beugt so Infekten vor
- Hilfe bei Bauchschmerzen, Koliken
- Unterstützung der Stärkung des Urvertrauens
- Förderung, Intensivierung, der Eltern-Kind- Bindung, auf die ich im nächsten Abschnitt ein gehen werde
Quelle: ¹
Die Vorteile der Babymassage für Eltern und Kind
Nicht nur für das Baby ist eine liebevolle Babymassage von Vorteil. Auch die Eltern erzielen einen großen Gewinn daraus, dass sie ihrem Baby Nähe, Zärtlichkeit und Geborgenheit schenken. Im Folgenden nenne ich einige dieser positiven Aspekte:
- Hormonausschüttung bei Mutter und Kind (Oxytocin = Bindungshormon)
- Nachholen der Bindung (nach Trennung, Frühgeburt…)
- Unterstützung bei Heilung eines Geburtstraumas
- Mütter lernen ihr Kind besser kennen, wissen es besser einzuschätzen
- Bindung wird „trainiert“ durch Blick- und Hautkontakt
- Mutter wird sicherer im Umgang mit ihrem Baby, wächst so in ihre neue Mutterrolle hinein
- Letztlich lässt sich die Babymassage als schönes Ritual im Alltag nutzen (zum Beispiel vor dem Zubettgehen)
Quelle: ¹
Wann und wie du mit der Babymassage beginnen kannst
Wann darf man mit der Babymassage anfangen? Die komplette Babymassage sollte erst durchgeführt werden, wenn das Kind etwa 5 Wochen alt ist. Dann ist der Nabel schon abgeheilt, und das Baby ist insgesamt kräftiger. Aber auch danach solltest Du weiter vorsichtig sein, vor allem die Gelenke sind noch sehr empfindlich. Aber das lernst Du alles in einem Babymassagekurs. Anfangs ist es eher ein Streicheln als eine Massage. Und streicheln kannst und solltest du dein Baby natürlich von Anfang an. Der Übergang zu der richtigen Babymassage später ist dann fließend, das Kind gewöhnt sich daran.
Es gibt Mamas, die ihr Baby täglich massieren, einfach, weil es beiden gut tut, weil sie es beide geniessen. Andere machen es ein bis zwei mal pro Woche. Wie häufig und wie lange, das bestimmst du, zusammen mit deinem Baby. Du wirst dein Kind immer besser kennenlernen und merken, wenn es eine Pause braucht
Wie du Babymassage sicher lernen kannst
Habe ich dein Interesse geweckt? Lies mehr darüber, zum Beispiel in den Büchern, die ich als Quellen angegeben habe, oder suche dir einen Babymassagekurs, der an vielen Orten angeboten wird. Wenn du weitere Frage hast, kontaktiere mich gerne oder schau in meinen Angeboten nach. Vielleicht interessiert dich mein Onlinekurs zur Babymassage. Hier zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du dein Baby sicher und liebevoll massierst.
Fazit – Babymassage als Ritual der Liebe
Babymassage kann zu (täglichen) Momenten der Entspannung werden. Für dich und dein Baby. Momente, die die Beziehung zu deinem Kind vertiefen und stärken. Zum Ende lasse ich nochmal Frédérick Leboyer zu Wort kommen:
„Darum müssen wir unsere Babys streicheln und wiegen. Und wir sollten ihren Körper massieren, der im Aussen so leer und hungrig ist. Ein Kind mit Berührung zu füttern, seine Haut und seinen Rücken zu nähren, ist ebenso wichtig, wie seinen Magen zu füllen.“²
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Quellen:
¹ Schneider, Vimala, Babymassage – Praktische Anleitung für Mütter und Väter, 13. Auflage 2005
² Leboyer, Frédérick, Sanfte Hände – Die traditionelle Kunst der indischen Babymassage, 26. Auflage 2009
